Gesundheit & Produktsicherheit

1. Produkt

Schmincke stellt unter Verwendung verschiedener Bindemittel, Additive und Pigmente Künstlerfarben her, die für wässrige Techniken und für die Öl- sowie Pastellmalerei geeignet sind. Ebenso befinden sich Produkte im Sortiment zum selber herstellen von Malfarben. Dies sind wässrige Bindemittel (Gummiarabicum, Casein), Öle und verschiedene organische und anorganische Pigmente und verschiedene Hilfsmittel für die Acryltechnik - mit hauptsächlich pastosem Charakter.

Zum Malen werden häufig auch Bindemittelzusätze (Malmittel) zu den Farben verwendet und die fertigen Gemälde werden - vorwiegend in der Ölmalerei - mit einem Firnis versehen. Die in den Malmitteln und Firnissen enthaltenen Öle und Harze sind meistens in einem Lösungsmittel (Testbenzin oder Ethanol) gelöst. Zum Fixieren von Kreide- und Bleistiftzeichnungen werden Fixative auf Ethylalkohol-Basis verwendet.

2. Gefährliche Stoffe

Aus der Produktbeschreibung (Kap. 1) geht hervor, dass für verschiedene Produkte organische Lösungsmittel zur Anwendung kommen, wo Wasser aus Gründen der Unverträglichkeit mit Ölen und Harzen nicht eingesetzt werden kann. Ebenso werden Pigmente in Pulverform vom Maler direkt eingesetzt, wenn er sich die Farben selbst anreibt. Auch hier werden - je nach Art des Bindemittels - nicht nur Wasser und Lein- oder Sonnenblumenöl, sondern auch organische Lösungsmittel - meistens Terpentinersatz - eingesetzt.

Die vom Maler am häufigsten verwendeten organischen Lösungsmittel sind feuer- bzw. explosionsgefährlich, sie wirken beim Einatmen narkotisierend und entfetten die Haut. Sie gelangen nicht nur durch Einatmen der Dämpfe in den menschlichen Körper, sondern auch über die Haut. Übermäßiges Einatmen von Dämpfen kann zu Reizung der Schleimhäute, Kopfschmerzen und schließlich zu Schädigungen von Lunge, Leber oder dem zentralem Nervensystem führen. Bei Berührung mit der Haut über längere Zeit kann diese gereizt bzw. entzündet werden.

Bei der Verarbeitung von Pulverpigmenten entstehende Stäube können bei Einatmen zur Reizung der Schleimhäute führen. Wenn Stäube ins Auge gelangen, kann hier durch mechanische Einwirkung ebenfalls eine Reizung hervorgerufen werden. Ähnliches gilt auch bei der Verarbeitung von Pastellkreiden und Füllstoffen (Extender).

Stoffe und Chemikalien, die von Malern benutzt aber von Künstlerfarbenherstellern nicht angeboten werden, sind:

  • Säuren,
  • Laugen (z.B. Salzsäure, Ammoniak usw.),
  • Bleichmittel,
  • Soda,
  • Borax und/ oder
  • Glykol.

Diese Stoffe sind ätzend bzw. schleimhautzreizend.

Weitere Hinweise sind in Kapitel 3 und 6.

*) Hier sind Stoffe gemeint, die zu einer Gefahr werden können und nicht nur Stoffe, die im Sinne des Gesetzgebers grundsätzlich gefährlich sind.

3. Der richtige Umgang mit gefährlichen Stoffen

Der Maler muss sich hauptsächlich gegen Lösungsmitteldämpfe und Staub schützen.

Dies geschieht vorbeugend mit guter Raumbelüftung. Bei der Entstehung größerer Mengen von Staub wird eine Staubmaske mit Filterklasse P2 aufgesetzt und gegen größere Mengen von Lösemitteldämpfen sind Masken mit Filtertyp A2 sowie Atemschutz mit Filterklasse 2-P2 geeignet. Filterklasse 2-P2 stellt auch einen Schutz gegen feste und flüssige Partikel in der Luft dar. Eine weitere Möglichkeit sich zu schätzen, besteht in der Verwendung einer geeigneten Abzugshaube, die mit den für den entsprechenden Stoff geeigneten Filtern ausgestattet ist, das heißt gegen Staub entsprechende feinporige Absorptionsmatten und gegen Lösemitteldämpfe geeignete Aktivkohlefilter.

Bei Terpentinöl ist zusätzlich zu vermeiden, dass Haut und Augen damit in Berührung kommen. Das gleiche gilt beim Umgang mit ätzenden Stoffen wie Säuren und Laugen.

Der richtige Schutz gegen diese Stoffe bieten Schutzbrillen mit Seitenschutz und geeignete Schutzhandschuhe (aus Chloropren, Nitril oder Viton).

Eine weitere Möglichkeit, die Haut der Hände gegen die Einwirkung von Lösemitteln zu schützen, besteht in der Anwendung von Hautschutzcremes, die einen in dem entsprechenden Lösemittel unlöslichen Schutzfilm bilden. Darüber hinaus ist es natürlich sinnvoll, für strapazierte Hände regelmäßig Hautpflegemittel zu verwenden.

Bei Lösemitteln (Ethanol, Testbenzin, Aceton, Terpentinöl usw.) ist außerdem die Feuergefährlichkeit zu beachten. Dies besonders auch bei der Verarbeitung von lösemittel-haltigen Lacken mit Spritzpistolen und der Verwendung von Aerospray. Bei der Handhabung von Lösemitteln und lösemittelhaltigen Zubereitungen darf nicht geraucht werden und Funken und offenes Licht sind zu vermeiden. Auch hier hilft wiederum vorbeugend eine gute Raumbelüftung, wobei die o.g. Vorsichtsmaßnahmen (keine Funken, kein offenes Licht) immer zu beachten sind.

  • P2 bedeutet Partikelfilter mit mittlerem Abscheidevermögen.
  • A2 bedeutet Gasfilter für organische Gase und Dämpfe mit einem mittleren Aufnahmevermögen
  • 2-P2 bedeutet Kombinationsfilter für Gase, Dämpfe und Partikel mit einem mittleren Aufnahmevermögen.

4. Kennzeichnung der Produkte (wie, warum)

Die Aufnahme von Gefahrstoffen in den menschlichen Körper kann - je nach Erscheinungsform des Stoffes - durch Einatmen, durch Verschlucken oder durch Resorption über die Haut erfolgen. Unter Erscheinungsform ist hier der physikalische Zustand fest, flüssig oder gasförmig zu verstehen und wir unterscheiden: Gase, Dämpfe, Nebel, Stäube, Flüssigkeiten und Feststoffe, die in einer der o.g. Formen in den menschlichen Körper gelangen können und so erst zu einer Gefahr für die Gesundheit werden.

Mit einer entsprechenden Beschriftung der Produkte, die auf mögliche Gefahren aufmerksam macht und Ratschläge erteilt, wie diese abzuwenden sind, kann der Anwender die Aufnahme gefährlicher Stoffe in den Körper vorbeugend verhindern und so eine mögliche Gefahr abwenden. Voraussetzung dafür ist, dass die Sicherheitsratschläge befolgt und man sich mit Hilfe der Gefahrenhinweise ein Bild der möglichen Gefahren macht. Des weiteren wird mit Hilfe von Gefahrensymbolen mit roter Umrahmung optisch deutlich auf die Gefahren hingewiesen.

Lösemittel, Firnisse und Fixative sind häufig entzündlich oder leicht entzündlich (Flammen-Symbol) und in einigen Fällen sind solche Produkte auch gesundheitsschädlich (Andreaskreuz, Xn) oder reizend (Andreaskreuz, Xi).

Zur Gefahrenbezeichnung Xi ist zu sagen, daß es sich hier um Stoffe und Zubereitungen handelt, die - ohne ätzend zu sein - durch kurzfristige, längere oder wiederholte Berührung mit der Haut oder mit Schleimhäuten eine Entzündung hervorrufen können.

Gesundheitsschädlich bedeutet, dass Stoffe und Zubereitungen, die bei Einatmen, Verschlucken oder Hautresorption zum Tode führen oder akute bzw. chronische Gesundheitsschäden verursachen können.

AEROSOL-Dosen stehen unter Druck und enthalten hochentzündliches Treibgas und haben in der Regel einen brennbaren (entzündlichen) Lösemittel gelösten Wirkstoff. Diese Dosen sind mit dem Flammensymbol und dem Zeichen F+ versehen, um auf die besonders leichte Entflammbarkeit des Inhaltes hinzuweisen und natürlich auf die erhöhte Feuergefahr beim Versprühen des Doseninhaltes.

Ergänzend sei noch auf das Symbol "ätzend, C" hingewiesen, das normalerweise bei Künstlermaterial nicht anzuwenden ist.

Wir fassen noch einmal zusammen:

Die Kennzeichnung von Stoffen und Zubereitungen, die Gesundheitsgefahren erkennbar machen, wird ausgeführt mit dem Gefahrensymbol mit roter Umrahmung und der dazugehörigen Gefahrenbezeichnung (z.B. Flammensymbol mit dem Buchstaben F) sowie den R-Sätzen (Risiko-Sätze - oben auch Gefahrenhinweise genannt) und den S-Sätzen (Sicherheitssätze - auch Sicherheitsratschläge genannt).

Im Text wurden die Symbole Xi (reizend), Xn (gesundheitsschädlich), F+ (hoch entzündlich) und F (leicht entzündlich) sowie C (ätzend) näher erläutert.

Bei weniger leicht entzündlichen Stoffen oder Zubereitungen - wie z.B. Firnisse oder Malmittel - wird mit dem Wort "Entzündlich" - ohne Gefahrensymbol gewarnt.

5. Gesundheitliche Aspekte 

Die Toxikologie ist definitionsgemäß die Lehre der schädlichen Wirkungen chemischer Substanzen auf lebende Organismen. Im allgemeinen werden solche Substanzen als Gift bezeichnet, bei denen das Risiko, dass sie zu einer Schädigung führen, verhältnismäßig groß ist. Hierbei sind die Faktoren Dosis, Einwirkungsart und Einwirkungszeit zu berücksichtigen. Bekanntlich kann jeder Stoff als Gift wirken, je nach dem, wie hoch die Dosis ist.

Die Stoffaufnahme hängt von der Konzentration (Menge) und der Einwirkungsdauer am Aufnahmeort ab. Hinsichtlich der Atemwege ist die Stoffaufnahme auch abhängig von der Partikelgröße. So sind nur Partikel von einem aerodynamischen Durchmesser von unter 5 µ in der Lage, in die tiefsten Abschnitte des Bronchialsystemes, die Alveolen, zu gelangen (Feinstäube). Größere Partikel werden vorher im Bronchialbaum abgeschieden und können von dort durch das Selbstreinigungssystem des Bronchialsystems nach außen befördert werden oder werden hier resorbiert.

Es wird zwischen akuten und chronischen Vergiftungen unterschieden. Im allgemeinen führen hohe Einzelgaben zu akuten Vergiftungen, während für die chronischen Vergiftungen charakteristisch ist, dass sie sich unter der Einwirkung dauernd wiederholter, kleiner Giftdosen ausbilden. Im Verlauf chronischer, d.h. wiederholter Stoffaufnahme, kann sich der Stoff im Körper ansammeln (kumulieren) und nach Beendigung der Zufuhr rasch, langsam oder gar nicht ausgeschieden werden.

Allergische Reaktionen spielen bei den Wirkungen von chemischen Stoffen auf die Haut und das Bronchialsystem eine große Rolle. Als Allergie wird eine individuelle Überempfindlichkeit bezeichnet, die auf einer Antigen-Antikörper-Reaktion beruht und die nicht konzentrationsabhängig ist.

Säuren und Laugen hoher Konzentration sowie bestimmte organische Verbindungen sind Reiz- oder Ätzstoffe. Zu nennen sind hier Schwefelsäure, Salzsäure und weitere Säuren sowie Natronlauge, Kalilauge, Ammoniak, Formaldehyd. Bei Hautbenetzung ist das Ausmaß der Reizung oder Veräzung abhängig von der Konzentration des Reizstoffes, der Einwirkungsdauer und der Einwirkungsfläche und somit von der Dosis. Die Schädigung der Haut kann oberflächlich mit Rötung oder Blasenbildung erfolgen. Es können aber auch tiefergehende Zerstörungen der Haut und der tieferliegenden Gewebe eintreten.

Die Hauptwirkung organischer Lösemittel ist, obwohl sie häufig keine spezifischen Gifteigenschaften haben, die berauschende und in größeren Konzentrationen narkoseauslösende Wirkung. Bei länger andauernder Einwirkung höherer Konzentrationen besteht in der Narkose Lebensgefahr durch Atemlähmung. Chronische Gesundheitsschäden können bei langdauernder Exposition gegenüber halogenierten Kohlenwasserstoffen, Alkoholen und anderen Lösemitteln im Bereich der Leber und des Nervensystems beobachtet werden.

Chronische Schädigungen der Atemwege können durch das Einatmen von Stäuben hervorgerufen werden. Selbst sog. Inert-Stäube (d.h. Stäube ohne Giftwirkung) wirken als Fremdkörper und kännen daher zu einer Reizung der Atmungsorgane führen. In Abhängigkeit von der Staubkorngröße können diese in die unterschiedlichen Abschnitte des Lungen- und Bronchialsystems gelangen. Stäube mit einem aerodynamischen Durchmesser von < 5 µ werden Feinstäube genannt (s.o.) und können Bestandteil des einatembaren Gesamtstaubes sein. Feinstäube können, da sie nicht ohne weiteres wieder ausgeschieden werden, toxische, chemisch-irritative oder allergisierende Wirkungen haben. Als Beispiel seien hier Quarzstaub und Asbestfasern genannt. Die Giftigkeit zahlreicher Schwermetalle beruht auf ganz unterschiedlichen Wirkungen im menschlichen Organismus. Bei Blei- oder Quecksilbervergiftungen sind beispielsweise Veränderungen des Blutbildes, Muskelkrämpfe, Schäden des Nervensystems und der Nieren, Schlaflosigkeit usw. beobachtet worden.

Mit diesen Zeilen wird drastisch vor Augen geführt, welche Wirkung stark gesundheits-schädigende (giftige) Stoffe oder Zubereitungen haben können. Aber auch wie sich eine häufige Aufnahme von weniger giftigen (sog. gesundheitsschädlichen) Stoffen auswirken kann, indem es zu einem chronischen Befund oder einer Allergiewirkung kommt. Es soll an dieser Stelle noch einmal an die Arbeitshygiene und die Beachtung von Warnhinweisen und Sicherheitsratschlägen auf dem Produktetikett appelliert werden.

6. Sofortmaßnahmen im Gefahrfall/Erste Hilfe

Verletzte Personen (auch solche mit Anzeichen von Vergiftungen) sind aus dem Gefahrenbereich zu bergen. Die Helfer müssen sich vorher überzeugen, daß für sie selbst keine Gefährdung besteht. Dann wird unverzüglich über Notruf ärztliche Hilfe verlangt und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes werden - soweit wie möglich folgende Sofortmaßnahmen getroffen:

 

  • Frischluftzufuhr ermöglichen
  • beengende Kleidung öffnen
  • benetzte Kleidungsstücke ausziehen
  • benetzte Haut mit viel Wasser abspülen
  • Augenspülung mit fließendem, lauwarmen Wasser oder Einsatz der Augenspülwaschflasche. Dabei sollen die Augenlider abgespreizt werden und das unverletzte Auge vor beispielsweise Säuren, die zur Verletzung geführt haben, schützen.
  • bei Bewußtlosen stabile Seitenlage herstellen
  • bei Atemstillstand Mund-zu-Nase bzw. Mund-zu-Mundbeatmung oder Maskenbeatmung mit Atembeutel
  • bei Herz-Kreislaufstillstand wird die Herzdruckmassage auf dem Brustbein ausgeführt mit ca. 100 Druckstößen pro Minute und einem Gewicht von 25 bis 50 kg.

 

Bei Verätzungen kontaminierte Kleidung entfernen und Haut mit viel Wasser spülen.

Die Haut wird ebenfalls gewaschen und gespült wenn sie mit anderen toxischen oder haut-resorbierbaren Stoffen in Berührung gekommen ist.

7. Gesetzgebung

Das Chemikalienrecht, das sich mit dem Thema der Chemie und den mit ihr befaßten Menschen auseinandersetzt, ist ein Oberbegriff für eine Gesamtheit von Rechtsvorschriften, die vom ordentlichen Gesetzgeber- Bundestag und die Länderparlamente - erlassen worden sind. Durch die Mitgliedschaft der Bundesrepublik in der europäischen Union ergeben sich stetig neue Gesichtspunkte, verbunden mit deren Normsetzungsbefugnissen, die innerstaatlich wie Gesetze wirken.

Die Rechtsnormen gehören sämtlich zum öffentlichen Recht und bestehen aus verschiedenen Gesetzen, Verordnungen, EU-Verordnungen und EU-Richtlinien.

Die wichtigste und umfangreichste Verordnung des Chemikaliengesetzes ist die Gefahrstoff-verordnung, die zusammen mit der Chemikalienverbotsverordnung das Inverkehrbringen und den Umgang mit Gefahrstoffen regelt. Die Gefahrstoffverordnung, abgekürzt GefStoffV ist verbindlich für Firmen, die Publikumsprodukte herstellen und in Verkehr bringen und sie gibt die Einstufung, Verpackung und Kennzeichnung von gefährlichen Stoffen und Zubereitungen vor. Sie regelt also die oben unter Punkt 4 beschriebene Kennzeichnung der Produkte usw.

Der Grundsatz der GefStoffV lautet: "Zweck dieser Verordnung ist es, durch Regelungen über die Einstufung, über die Kennzeichnung und Verpackung von gefährlichen Stoffen, Zubereitungen und bestimmten Erzeugnissen sowie über den Umgang mit Gefahrstoffen den Menschen vor arbeitsbedingten und sonstigen Gesundheitsgefahren und die Umwelt vor stoffbedingten Schädigungen zu schätzen, insbesondere sie erkennbar zu machen, sie abzuwenden und ihre Entstehung vorzubeugen........." Damit sind die Verpflichtungen von Produktions- und Distributionsbetriebe gegenüber der Öffentlichkeit im Hinblick auf die Gefahrstoffe umrissen.

8. Die Chemische Industrie

Die Konferenz Für Umwelt- und Entwicklung, 1992 in Rio de Janeiro, von der UN-Umweltorganisation UNEP durchgeführt, hat das "Leitbild einer nachhaltigen zukunftsverträglichen Entwicklung" als gemeinsames Ziel der Völkergemeinschaft geprägt. Diesem Leitbild sieht sich die Chemische Industrie weltweit verpflichtet. Mit einem Programm für verantwortliches Handeln, das die Sicherheit und den Schutz von Mensch und Umwelt beinhaltet, die Arbeitssicherheit sowie die Sicherheit für den Verbraucher - also die Produktverantwortung für Kennzeichnung, Transport und Vertrieb, was im einzelnen beispielsweise die Vermeidung gefährlicher Stoffe oder den Austausch gefährlicher Stoffe durch weniger gefährliche - wo es möglich ist - bedeutet.

Die Chemische Industrie stärkt in diesem Rahmen bei allen ihren Mitarbeitern das persönliche Verantwortungsbewußtsein für die Umwelt und schärft damit den Blick für die Sicherheit der Produkte und der Produktion.

Die Initiative "verantwortliches Handeln" berücksichtigt auch den Dialog mit der Öffentlichkeit und erklärt die Ziele und die entsprechenden Maßnahmen. Dazu gehört auch die Überprüfung und Aktualisierung des Kenntnis- und Wissensstandes im Hinblick auf Gesetzgebung, Stand der Wissenschaft mit den entsprechenden Aktivitäten nach innen und nach außen. Beispielsweise Arbeitsschutz und Kennzeichnung gefährlicher Stoffe und Zubereitungen.

Bei der Initiative "Responsible Care" (verantwortliches Handeln in der Chemie) handelt es sich nicht um ein Managementsystem, sondern um eine Strategie gelebter Praxis, die auf eine nachhaltige Wirkung abzielt. Die Unternehmen der chemischen Industrie haben mit dieser Initiative eine Grundsatzentscheidung getroffen für einen Entwicklungsprozeß mit den o.g. Zielen, die stetig neu formuliert werden und somit den Weg einer nachhaltigen zukunftsverträglichen Entwicklung (sustainable development) vorgeben sollen. Die Leitlinien sind auf der Grundlage des geltenden Rechts zur Produktverantwortung, zur Anlagen- und Arbeitssicherheit, zum Gesundheits- und Umweltschutz und zur Information der Öffentlichkeit verpflichtend.