Acrylfarbe versiegeln - aber richtig!

Damit Sie Ihr Bild auch in vielen Jahren noch genießen können, ist die richtige Schlussbehandlung einer der wichtigsten Schritte beim Malen. Im Folgenden erläutern wir, wie Sie Acrylfarbe versiegeln und so die Brillanz und Leuchtkraft Ihres Gemäldes für die Zukunft sichern können.

Gute Gründe für ein sorgfältiges Versiegeln von Acryl-Gemälden

Acrylfarben sind vergleichsweise unempfindlich. Im Unterschied etwa zu Ölgemälden sind abschließende Schutzschichten für Acrylgemälde deshalb nicht zwangsläufig notwendig. Dennoch empfiehlt es sich, auch mit Acrylfarbe erstellte Bilder zu versiegeln.

Dafür sprechen vor allem zwei Gründe:

  • Versiegelte Acrylfarben sind so zusätzlich vor schädlichen Außeneinflüssen geschützt
  • Ein Firnissen ermöglicht es, die Oberfläche eines Bildes zu vereinheitlichen oder auch - mit den entsprechenden Hilfsmitteln - abschließend zu verändern.

Die richtigen Hilfsmittel für das Versiegeln von Acrylbildern

Es gibt verschiedene Hilfsmittel für die Schlussbehandlung von Gemälden. Für das Versiegeln von Acrylbildern kommen vor allem Schlussfirnisse und Schlusslacke zum Einsatz. Beide werden in möglichst dünnen Schichten auf die gut getrocknete Bildfläche aufgetragen.

Schlussfirnisse

Schlussfirnisse schützen Acrylbilder vor Staub, Schmutz, Fingerabdrücken oder Feuchtigkeit. Außerdem kann die Optik der Bildoberfläche damit festgelegt werden: wahlweise glänzend, seidenglänzend oder matt. Einige Produkte enthalten einen speziellen UV-Schutz. Der UV-Schutz schützt den Firnis vor dem Altern, nicht die Farben. Es empfiehlt sich deshalb grundsätzlich, von Beginn an möglichst lichtechte Acrylfarben zu verwenden.

Wichtig ist es, erst komplett durchgetrocknete Acrylbilder zu versiegeln. Das ist bei dünnen Farbschichten meist schon nach 72 Stunden möglich; pastos aufgetragene Acrylfarben sollte man erst nach ein bis zwei Wochen versiegeln.

Schlusslacke

Schlusslacke trocknen im Gegensatz zu den wieder anlösbaren Schlussfirnissen permanent, das heißt, sie können nicht mit den in der Kunstmalerei üblichen organischen Lösemitteln aufgelöst werden. Lackierte Acrylbilder sind kratz- und stoßfester als gefirnisste.

Die richtigen Werkzeuge für das Versiegeln von Acrylfarben

Wenn Sie Acrylfarbe versiegeln möchten, können Sie dafür unterschiedliche Werkzeuge verwenden:

  • weiche, breite Firnispinsel für das Auftragen von Firnissen oder Lacken,
  • spezielle Fixateure/Zerstäuber für das Aufbringen von Fixativen,
  • Spraydosen oder Pumpsprays zum Aufsprühen von Fixativen oder Firnissen sowie
  • Spritzpistolen oder auch
  • Lackierrollen zum Auftragen von Lacken.

Hierauf sollten Sie unbedingt achten, wenn Sie Acrylfarbe versiegeln möchten:

  • Entfernen Sie Staub und Schmutzpartikel vor dem Versiegeln von der Acryl-Oberfläche.
  • Achten Sie darauf, dass sowohl der Firnis als auch das Acrylbild Raumtemperatur haben.
  • Insbesondere matte oder seidenmatte Produkte sollten vor der Anwendung gut und lange geschüttelt werden.
  • Sprühfirnisse werden in der Regel "im Kreuzgang" aus 30 – 40 cm Entfernung auf das senkrecht oder leicht schräg stehende Acrylbild gesprüht. "Im Kreuzgang" bedeutet, dass nacheinander mehrere Schichten aus rotierend veränderten Richtungen gesprüht werden (z. B. zuerst von rechts nach links, dann von oben nach unten etc.).
  • Die Sprührichtung immer nur außerhalb der Bildfläche ändern, um eine homogene Oberfläche ohne sichtbare Übergänge zu erreichen.
  • Firnisse enthalten flüchtige organische Lösemittel und sollten daher nur in gut gelüfteten Räumen verwendet werden.