Airbrush-Farben verdünnen - aber wie?

Wie man Airbrush-Farben verdünnen sollte, ist vermutlich eine der häufigsten Fragen, die sich Airbrush-Einsteiger stellen. Zu Recht, denn für ein effizientes Arbeiten ohne unerwünschte Nebeneffekte ist die richtige Konsistenz der Airbrush-Farben eine der wichtigsten Voraussetzungen.

Was ist die richtige Konsistenz für Airbrush-Farben?

Allgemein gilt die Faustregel, damit man Airbrush Farben spritzen kann sollten diese eine "milchige" Konsistenz haben. Wer schon einmal versucht hat, die Konsistenz einer Farbe selber zu bewerten, wird vermutlich bestätigen können, dass das eine eher subjektive Angabe ist.

Die „richtige Konsistenz“ zu finden ist für einen Anfänger meist sehr schwierig, da diese auch von anderen Faktoren abhängt, auf die wir im Folgenden eingehen.

Tipp: Erfahrene Anwender verdünnen die Farben direkt in der Airbrush-Pistole, mehr Kontrolle hat man aber, wenn man sie in kleinen Fläschchen oder anderen Behältern verdünnt.

Faktor Nr. 1: Die Art der Farbe

Airbrush-Farben gibt es in unterschiedlichen Zusammensetzungen, am häufigsten sind es Acrylfarben auf wasserbasierten Acrylharzen. Farben auf Wasserbasis sind für den Anfänger am einfachsten zu verarbeiten, da sie mit (destilliertem) Wasser und nicht mit Lösungsmitteln verdünnt werden können.

Für die meisten Farben gibt es spezielle Verdünner/Hilfsmittel mit zusätzlichen Eigenschaften, zum Beispiel Haftverstärker oder Trocknungsverzögerer.

In welchem Verhältnis die Airbrush-Farben verdünnt werden, ist von Produkt zu Produkt sehr unterschiedlich. Manche Farben, etwa die AERO COLOR® Professional-Reihe können auch unverdünnt verarbeitet werden.

Faktor Nr. 2: Der Untergrund

Als Grundsatzregel gilt: Je saugfähiger der Untergrund, desto stärker kann man die verwendeten Farben verdünnen. Bei weniger stark oder nicht saugenden Untergründen (z.B.  Kunststoff oder Metall) können sehr stark mit Wasser verdünnte Farben schnell verlaufen, da die Flüssigkeit nicht in den Untergrund einziehen kann und die Farbe somit deutlich langsamer trocknet.  So kann es passieren, dass man die aufgesprühte Farbe (mit der Luft) vertreibt und ungewollte „Spinnenbeine“ entstehen.

Wichtig: Je stärker eine Farbe mit Wasser verdünnt wird, desto schlechter wird die Haftung auf (weniger stark / nicht saugenden Untergründen)

Faktor Nr. 3: Die Düsengröße

Die Düsengröße ist in erster Linie abhängig von der Pigmentfeinheit der eingesetzten Farbe. Als zweites sollte die Farbe eine gute Fließeingenschaft aufweisen, da ansonsten die Farbe nicht gleichmäßig durch die Düse fließen kann. Sollte mindestens einer dieser beiden Eigenschaften nicht gegeben sein, so erhält man kein gleichmäßiges Spritzbild und die Pistole „spuckt“.

Faktor Nr. 4: Der verwendete Druck

Der optimale Arbeitsdruck ist eine Philosophie für sich. Dieser hängt von den verschiedensten Faktoren ab:

  • verwendete Düsengröße / verwendete Airbrush-Pistole
  • Konsistenz der Farbe (dünnflüssigere Farben benötigen etwas weniger Druck)
  • verwendeter Untergrund (schwach saugende Untergründe benötigen etwas weniger Druck)
  • persönliche Vorliebe des Anwenders

Wie man sieht, beeinflussen die verschiedenen Faktoren sich auch gegenseitig: Bei der Kombination aus stärkerem Druck und schwach saugendem Untergrund sollte die Airbrush-Farbe weniger stark verdünnt werden.

Tipp: Wer gerne mehr verdünnen möchte, sollte mit entsprechenden Hilfsmitteln (z.B. AERO MEDIUM) mischen. Hierdurch kann die Farbstärke und Konsistenz der Airbrush-Farbe geändert werden ohne an Haftung oder Brillanz zu verlieren.

FAZIT
Welche Probleme können entstehen, wenn Airbrush-Farben nicht richtig verdünnt werden?

Sind Airbrush-Farben zu stark verdünnt, können sie beim Aufsprühen verlaufen, nicht optimal haften oder schlimmstenfalls sogenannte "Spinnenbeine" bilden.

Sind sie wiederum nicht ausreichend verdünnt, also zu dickflüssig, ist die Farbe nicht kontrollierbar. So können beim Sprühen Farbaussetzer oder Sprenkler entstehen.