Lichtechtheit von Schmincke Künstlerfarben

Die Prüfung der Aufstriche wird gegen einen Lichtechtheitsmaßstab vorgenommen. Diese sogenannte „Wollskala“ besteht aus acht genormten, mit blauen Farbstoffen unterschiedlicher Lichtechtheit gefärbten Teststreifen. Die Proben werden künstlich in einem Lichtechtheitsprüfgerät mit einem Xenon-Strahler (dem Sonnenlicht ähnliche Strahlungsquelle) belichtet, wobei ein Teil der Proben und der Teststreifen belichtet werden und der jeweils abgedeckte Teil als Referenz nicht dem Licht ausgesetzt wird.

Höchste Lichtechtheit dank hochwertiger Künstlerpigmente

Die Lichtechtheit ist ein objektives Qualitätsmerkmal, das nicht nur vom Pigment allein abhängt, sondern von der Gesamtrezeptur bestimmt wird. Deshalb werden bei Schmincke nicht die Lichtechtheitsangaben der Pigmentlieferanten übernommen, sondern die Gesamtrezeptur jedes einzelnen Farbtones als Originalaufstrich in aufwendigen Tests geprüft.

Jeder Kunstschaffende, der sich mit der Langlebigkeit seiner Werke auseinandersetzt, stellt gerade an die Beständigkeit der Farben gegen Licht höchste Anforderungen. Licht beeinflusst Kunstwerke entscheidend – sowohl positiv in seiner Farbwirkung, als auch negativ bezüglich ihrer Beständigkeit, sofern dies nicht durch hochlichtechte Künstlerfarben bewusst vermieden wird. Jeder kennt die negativen Einflüsse des Lichtes auf Farben mit geringer Lichtechtheit. Dies wird beispielsweise an bunten Textilien oder bestimmten Druckerzeugnissen deutlich. Einige dieser auf eine begrenzte Lebensdauer ausgelegten Produkte zeigen nach kurzer Zeit eine deutliche Abnahme der Farbintensität, wobei direktes Sonnenlicht das Verblassen maßgeblich fördert. Licht verändert Materialien, es lässt Holz oder Kunststoffe spröde werden und Zeitungspapier vergilben. Kunstwerke hingegen müssen beständig sein, die Farben sollten auch nach Jahren und Jahrzehnten noch voller Brillanz und Leuchtkraft sein. Im Hause Schmincke legen wir von je her besonderen Wert auf höchste Qualität und setzen daher auch spezielle Maßstäbe bei der Lichtechtheit unserer Künstlerfarben.

Alle Bestandteile einer Künstlerfarbe – Pigmente, Bindemittel sowie spezielle Additive – bestimmen die Lichtechtheit der getrockneten Malschicht, im Wesentlichen jedoch die Art des eingesetzten Pigments. Die Widerstandsfähigkeit eines Farbtons ist dabei keine zufällige, unveränderliche Eigenschaft. Vielmehr kann bei der Pigmentherstellung und besonders bei der Auswahl der Komponenten für eine Künstlerfarbe (Rezeptierung) entscheidender Einfluss genommen werden. Gerade die „richtige“ Rezeptierung unter Berücksichtigung aller für eine Künstlerfarbe entscheidenden Eigenschaften ist wichtiges „Know how“ der Künstlerfarben-Produktion: hierin besteht das Geheimnis bester Künstlerfarben und höchster Lichtechtheiten. Bei Schmincke wird ganz besonders Wert auf die gezielte Optimierung der Rezepturen bezüglich der Lichtechtheit und die Kontrolle des bestehenden Qualitätsstandards gelegt. Hierfür ist ein objektives Prüfungsverfahren erforderlich. Eine solche Lichtechtheitsprüfung sieht wie folgt aus: Die Lichtechtheitstests werden immer mit den fertig rezeptierten Schmincke-Farben, nie mit einzelnen Komponenten der Rezeptur durchgeführt. Dies ist besonders wichtig, da sich z.B. ein Farbton verändern kann - obwohl ein Pigment höchster Lichtbeständigkeit eingesetzt wird - wenn die falsche Auswahl an Bindemitteln oder Additiven vorgenommen würde. Es wird auf diese Weise also nicht die alleinige Veränderung des Pigmentes beurteilt (Verblassen des Farbtons), vielmehr ist jede visuell erkennbare Veränderung entscheidend (Nachdunkeln, Glanzunterschiede etc.).

Ein Beispiel: Das Pigment Titanweiß besitzt als solches zwar höchste Lichtbeständigkeiten, würde aber, sofern es in einer ausschließlich mit Leinöl rezeptierten Ölfarbe als Farbton Titanweiß erscheint, aufgrund der Nachdunklung in der Lichtechtheit geringer eingestuft werden. Dies ist ein Grund, warum bei Schmincke Leinöl bei hellen bzw. weißen Farben nur in einer Kombination von Bindemitteln eingesetzt wird.

Die Tests bei Schmincke werden maltechnisch sinnvoll vorgenommen, d.h. jede Farbsorte wird in einer ihr typischen Art auf Standarduntergründe aufgetragen (z.B. bei HORADAM® AQUARELL definierte Lasuren auf Künstler-Aquarellpapier).

 

Die Widerstandsfähigkeit gegen das Sonnenlicht wird zusätzlich auch unter realem Einfluss des Sonnenlichtes, nämlich auf dem Schmincke-Firmendach, in einem Gestell mit 45° Neigung und südlicher Ausrichtung getestet. Im Gegensatz zum Xenon-„Schnelltest“ dauert die Prüfung - abhängig von der tatsächlichen Sonneneinstrahlung - etwa 2 bis 2 1/2 Jahre.

 

Bei jeder Änderung der Rezeptur – und nicht nur bei einer Pigmentänderung – überprüfen wir mit diesem aufwändigen Verfahren, ob unsere Farben auch weiterhin den höchsten Ansprüchen an die Lichtbeständigkeit genügen. Unsere langjährige Erfahrung hat gezeigt, dass die konsequente Bewertung und Dokumentation der Lichtechtheit in Prospekten und auf den Tuben- und Flaschenetiketten dem Anwender eine sehr differenzierte, nachvollziehbare und praxisorientierte Information über die Lichtechtheit des Gesamtsystems liefert.