Tipps für Künstlerfarben auf Reisen

Ölfarben

Gerade pastose Ölfarben lassen sich bei verschiedenen Temperaturen unterschiedlich gut vermalen: Ähnlich zu Butter verlieren sie bei Wärme deutlich an Konsistenz, was nicht selten zu Lasten des Pinselduktus geht. Im Kalten verringert sich hingegen ihre Geschmeidigkeit und sie scheinen manchmal sogar etwas zäh. Besonders auf kürzeren Touren ist es wichtig, die relativ lange Trocknungszeit vieler Ölmaltechniken zu berücksichtigen. Für den späteren Rücktransport der in Öl gemalten Bilder sind hier sicherlich trocknungsbeschleunigende Öl-Hilfsmittel wie z.B. MUSSINI® Medium 3 (50040) oder Sikkativ de Haarlem (50022) förderlich. Beide enthalten neben Harzen vor allem flüchtige organische Lösemittel, die gerade bei höheren Umgebungstemperaturen recht schnell verdunsten. Darum ist es wichtig, auch während einer kürzeren Schaffensperiode alle Hilfsmittel-Flaschen gut zu verschließen.

 

 

Auf der Palette schützt man Acrylfarben vor dem vorzeitigen Antrocknen übrigens durch zeitweises Abdecken mit Frischhaltefolie oder einem leicht feuchten fusselfreien Tuch.

Aquarellfarben

Nicht ganz unkritisch sind auch längere Ausflüge mit Näpfchen-Aquarellfarben in Regionen mit tropenähnlichem Klima. Zu ihrer besseren Wiederanlösbarkeit mit Wasser enthaltenen sie spezielle Feuchthaltemittel, die bewirken, dass die Farbmassen in den Näpfchen permanent Wasserdampf aus der extrem feuchten Luft anziehen und dadurch erweichen. Als Alternative empfehlen wir für feucht-warme Touren daher Aquarellfarben in Tuben.

In Hinblick auf die optimale Lagerung aller Künstlerfarben und Hilfsmittel in Gläsern und Tuben gilt übrigens sowohl zu Hause als auch Unterwegs die allgemeine Empfehlung „kühl und trocken lagern“.

Vor allem Spraydosen mit Firnissen oder Fixativen sollten vor direkter Sonneneinstrahlung und Temperaturen oberhalb 50 °C geschützt werden, da diese Behälter unter Druck stehen. Das Klima ist jedoch auch ein entscheidender Faktor für die Haltbarkeit der fertigen Reiseimpressionen – die Kunstwerke in Museen werden nicht umsonst unter streng kontrollierten, möglichst gleichbleibenden Bedingungen aufbewahrt. Als ideal gelten Temperaturen von ca. 18 bis 20 °C und eine relative Luftfeuchtigkeit zwischen 55 bis 60 %. Außerhalb dieser Bedingungen besteht besonders bei längerer Lagerung bei zu hoher Luftfeuchtigkeit die Gefahr von Pilz- und Insektenbefall besonders an den natürlichen Bildträgern aus z.B. Maltuch oder Papier.

Nicht zuletzt muss natürlich auch die Mitnahme der Malmaterialien und der Rücktransport der fertigen Werke sorgfältig vorbereitet werden. Um hier keine unschönen Überraschungen zu erleben, empfehlen wir eine rechtzeitige Rücksprache mit dem Reiseanbieter, der Fluggesellschaft oder Reederei. Ob es sich bei den Künstlerfarben und Hilfsmitteln um gesondert zu beförderndes Gefahrgut im Sinne der meist international gültigen Vorschriften für den Transport zu Lande, Wasser oder Luft handelt, das verrät bereits ein Blick in Kapitel 14 des produktspezifischen Sicherheitsdatenblattes (siehe hier). Die sichere Beförderung der Kunstwerke am Ende der Ferien ist natürlich stark abhängig von der gewählten Maltechnik und dem Format. Bei mehreren Bildern in Öl oder Acryl sollte unbedingt auf genügend Abstand zwischen den einzelnen Arbeiten geachtet werden. Gute Helfer für kleine Formate sind hier spezielle Bildabstandhalter und saubere Kartonagen wie z.B. unbenutzte Pizzakartons.

Übrigens: Weitere Details zur Produktsicherheit finden Sie in unseren Sicherheitsdatenblättern. Bei weiteren speziellen technischen Fragen zu diesem Thema steht Ihnen natürlich auch gerne das Schmincke-Laborteam beratend zur Seite! Sie erreichen es z.B. per Mail unter laborteam@schmincke.de oder aber tagsüber telefonisch unter 0211/2509-476. 

Endlich Ferien! Viele Menschen nutzen gerade im Urlaub abseits vom stressigen Alltag die Chance, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Trotz Digitalkameras und Camcorder: Persönliche Reiseimpressionen, gemalt mit klassischen Künstler-farben auf traditionellen Untergründen wie Leinwand oder Büttenpapier, sind immer noch äußerst beliebt. Damit diese Urlaubsmotive möglichst optimal gelingen, bevorzugen nicht wenige Weltenbummler auch weit weg vom heimischen Atelier ihr gewohntes Malmaterial. Dazu ist es natürlich erst einmal erforderlich, alle Tuben, Flaschen und Gläser mit den Malfarben und Hilfsmitteln sicher von zu Hause ans Reiseziel zu befördern. Nicht überall auf der Welt sind die klimatischen Bedingungen fürs kreative Wirken jedoch ideal. Wichtige Parameter in diesem Zusammenhang sind vor allem Temperatur und Luft-feuchtigkeit am Urlaubsort. Denn sie beeinflussen viele Eigenschaften der Künstlermaterialien wie z. B. das Fließverhalten der Malfarben, ihre Filmbildung und Trocknungsgeschwindigkeit und nicht zuletzt die Haltbarkeit der ungetrockneten Farbpasten und der fertig gestellten Bilder. Und am Ende der Ferien möchte man die unterwegs entstandenen Meiserstücke natürlich auch heile zurück in die Heimat transportieren. Im Folgenden daher ein paar hilfreiche Tipps zum richtigen Umgang mit Künstlerfarben und den daraus entstandenen Werken auf Reisen.

Acrylfarben

Eher ungeeignete Reisebegleiter in permanent kalte Regionen mit Polarklima sind Acrylfarben: Sie müssen in der Regel oberhalb von ca. 10 °C verarbeitet werden, damit das darin enthaltene Bindemittel überhaupt einen festen Farbfilm bilden kann. Zudem ist es wichtig, Acrylfarben absolut frostfrei aufzubewahren, damit sie keinen Schaden nehmen. In wärmeren Ländern hingegen stört oft ihre extrem schnelle Trocknung bedingt durch die zügige Verdunstung des Wassers aus den Malfarben. Hier empfehlen wir die zusätzliche Verwendung trocknungsverzögernder Acryl-Hilfsmittel wie z.B. Acryl Retarder (50556), Acryl Super Retarder (50559) oder Acryl Malgel Spezial (50560).