Ölfarben oder Acrylfarben - Welche Farbtechnik ist die richtige?

Welche Farben für Ihr Malvorhaben die richtigen sind, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Wir möchten Ihnen hier die entscheidenden Unterschiede zwischen zwei der beliebtesten Farben zusammenfassen und bei der Antwort auf die Frage "Ölfarben oder Acrylfarben?" helfen.

Gemeinsamkeiten von Ölfarben und Acrylfarben

Sowohl mit Ölfarben als auch mit Acrylfarben lassen sich wunderbare Malergebnisse erzielen. Beide Farben haben eine ähnliche Konsistenz und beliebte Maltechniken wie die Alla-Prima-Technik, oder die Impasto-Technik können sowohl mit Ölfarben wie auch mit Acrylfarben umgesetzt werden. Dennoch gibt es signifikante Unterschiede in der Anwendung.

Ölfarben oder Acrylfarben? Eine Frage der Zeit

Bei der Entscheidung, ob Ölfarben oder Acrylfarben zum Einsatz kommen sollen, spielen die unterschiedlichen Trocknungszeiten eine große Rolle. Ölfarben haben eine sehr lange Trocknungszeit und brauchen je nach Dicke der Farbschicht bis zu mehrere Monate, um durchzutrocknen. Das hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Zum einen braucht es viel Geduld, um ein Ölbild fertigzustellen, ganz besonders, wenn es mehrere Schichten enthalten soll. Auch müssen Sie die Möglichkeit bzw. den Platz haben, Ölbilder ungestört länger trocknen zu lassen. Zum anderen erleichtert das langsame Trocknen es auch, noch nachträglich Änderungen am Bild vorzunehmen.

Im Unterschied zu Ölfarben haben Acrylfarben sehr kurze Trocknungszeiten. Je nachdem, wie dick die Farben aufgetragen wurden, trocknen sie innerhalb von 5 bis 50 Minuten. Das ist ein Vorteil, wenn mit mehreren Farbschichten gearbeitet werden soll, kann aber natürlich auch von Nachteil sein. Wer für spezielle Techniken oder auch gerade als Anfänger längere Zeit benötigt, kann mit Trocknungsverzögerern arbeiten, um die Trockenzeit der Acrylfarben zu verlängern.

Die Grundierung bei Ölfarben und Acrylfarben

Bei der Entscheidung "Ölfarben oder Acrylfarben?" ebenfalls wichtig: Für das Malen mit Ölfarben ist eine sorgfältige Grundierung zwingend erforderlich. Sie verhindert, dass das Bindemittel Öl in den Malgrund zieht, wodurch die Farben aufgrund eines Mangels an Bindemittel zu Rissbildung neigen.

Acrylfarben dagegen lassen sich auch ohne Grundierung auf nahezu jedem festen Untergrund vermalen - nur fettfrei muss er sein. Je nach Untergrund und gewünschtem Effekt kann eine Grundierung allerdings auch für Acrylbilder empfehlenswert sein.

Vor- und Nachteile von Ölfarben

Die Ölmalerei ist alleine deshalb besonders reizvoll, weil sie die traditionelle Farbtechnik der großen Meister ist, die einige der berühmtesten Gemälde der Welt in Öl gemalt haben.

Wer den großen Meistern nacheifern möchte, muss allerdings auch einiges an Geduld und Können mitbringen, denn die Ölmalerei gilt nicht ohne Grund als Königsdisziplin der Malerei.

Ölfarben können ohne Zugabe von Malmitteln direkt aus der Tube verwendet werden - etwa für die Prima-Malerei. Für andere Maltechniken und Effekte lassen sich zum Beispiel Transparenz, Konsistenz, Trocknungszeiten oder auch Farbbrillanz der Farben mit Hilfe von Malmitteln oder Additiven verändern.

Einige weitere Vorteile von Ölfarben:

  • Ölfarben weisen von allen Farben die höchste Farbbrillanz auf.
  • Mit Ölfarben können unzählige Farbnuancen hergestellt werden, weil sie sich sehr gut miteinander und mit Malmitteln mischen lassen.

Vor- und Nachteile von Acrylfarben

Acrylfarben trocknen wasserbeständig auf und sind je nach Qualität überaus lichtecht. Deshalb sind Acryl-Gemälde sehr langlebig und widerstandsfähig.

Zu beachten ist unbedingt, dass Acrylfarbe beim Trocknen ihr Farbvolumen verringert.

Ähnlich wie Ölfarben lassen sich Acrylfarben direkt aus der Tube vermalen oder alternativ mit Wasser verdünnt einsetzen. Sie lassen sich gut untereinander mischen und sind überaus vielseitig.

Einige weitere Vorteile von Acrylfarben:

  • Acrylfarben sind geruchsneutral (im Unterschied zu Ölfarben).
  • Acrylfarben werden mit Wasser verdünnt, während zum Verdünnen von Ölfarben Terpentin benötigt wird.