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Untergrundvorbehandlung - Welche Möglichkeiten gibt es?

Imprägnierungen, Grundierungen und Spezial-Grundierungen sowie Maskiermittel

Imprägnierungen und Grundierungen dienen der optimalen Vorbereitung eines Malgrundes und sind somit die Basis für die Langlebigkeit eines Kunstwerkes. Imprägnierungen sind in der Regel transparent und farblos. Sie werden vor der eigentlichen Grundierung zur Vorleimung von stark saugenden Gründen, wie z. B. Rohleinen, Holz oder Pappe, aber auch zur Festigung von mineralischen, meist leicht sandenden Oberflächen wie Putz oder Beton verwendet. Bei nichtsaugenden Untergründen, wie z. B. Kunststoff oder Metall empfehlen wir als erste Schicht AERO GRUND (50601), bevor die Grundierung der Wahl appliziert wird.

Grundierungen gibt es sowohl transparent als auch deckend, weiß oder naturfarben, fein oder grob, stärker oder schwächer saugend eingestellt. Mit ihnen verändert und vereinheitlicht man die Saugfähigkeit des individuellen Malgrundes, gibt ihm eine bestimmte Struktur und optimiert die Haftung der darauffolgenden Malfarbe.

TIPP: Ist ein anderer Farbton der Imprägnierung oder Grundierung gewünscht, so können die Produkte mit Schmincke Acrylfarben individuell eingefärbt werden. Bis auf die Spezialität Ölgrundierung/Untermalweiß (50517) sind alle im Folgenden beschriebenen Produkte wasserverdünnbar, trocknen jedoch relativ schnell wasser- und terpentinölunlöslich auf. Werkzeuge wie Pinsel, Malspachtel oder Farbroller sollten daher unbedingt zügig nach dem Gebrauch mit Wasser und Seife gereinigt werden. In „Notfällen“ empfehlen wir eine Spezialreinigung mit ÖKO-Pinselreiniger (50052) auf Wasser-/Alkoholbasis. In der Regel sollte die Imprägnierung – sofern erforderlich – in zwei dünnen Schichten aufgetragen werden, bevor zwei bis drei dünne Schichten der jeweiligen Grundierung folgen. Die erste Lage Imprägnierung bzw. Grundierung verdünnt man dazu am besten mit ein wenig Wasser. Wichtig ist, dass die vorherige Schicht vor dem Auftrag einer weiteren immer
vollständig durchgetrocknet ist. Generell sollten Sie mit allen zum Einsatz kommenden Malmaterialien individuelle Vortests durchführen!


TIPP: Zur Prüfung der Haftung einer Malschicht auf einem bestimmten Untergrund gibt es einen simplen „TESA®-Band-Test“: Hierzu wird das Klebeband auf die getrocknete Oberfläche –  Imprägnierung, Grundierung und/oder Farbschicht – aufgerieben und mit einem Ruck wieder  abgezogen. Wenn nichts am Klebeband hängen bleibt, ist die Haftung gut. Imprägnierungen und Grundiermittel sollten nicht unter einer Objekttemperatur von 10 °C angewendet werden. Zudem gilt bei ihrer Lagerung: Vor Frost schützen!

 

Maskiermittel dienen zum zeitweisen partiellen Abdecken von nicht zu bearbeitenden Bildstellen auf relativ glatten, fettfreien und trockenen Untergründen, wie z.B. Papier, glattem Zeichenkarton, Fotos und Filmen. Im Hause Schmincke gibt es sie wahlweise farblos oder – für einen besseren Kontrast auf weißen Untergründen – blau eingefärbt. Zudem hat der Anwender die Auswahl zwischen diversen  Applikationen. Der Maskierstift ermöglicht das direkte Abdecken von Details aufgrund seiner  praktischen Verpackung: eine Kunststoffflasche mit feiner Spitze. Rubbelkrepp im Glas lässt sich mit einem Wattestäbchen, einem Holzstäbchen, einer Schreibfeder oder einer Ziehfeder auftragen. Die Maskierflüssigkeiten von Schmincke enthalten ein synthetisches, ammonikafreies Bindemittel und sind somit – im Gegensatz zu den oft für diese Zwecke verwendeten natürlichen Latex-Emulsionen – geruchsneutral. Sie sind gebrauchsfertig eingestellt und trocknen recht schnell wasserunlöslich zu einem gummiartigen, transparenten oder bläulichen Film auf. Alle Arbeitsgeräte sollten daher sofort mit Seifenwasser gereinigt werden. Wir raten zudem dringend dazu, keine wertvollen Pinsel zu  verwenden. Die  Dosierspitze des Maskierstiftes lässt sich übrigens am besten im getrockneten  Zustand mit einer Nadel reinigen.

TIPP: Sollte Ihnen die Spitze des Maskierstifts noch zu „grob“ sein, so besteht natürlich prinzipiell die Möglichkeit, die Öffnung mit Hilfe einer Fein-Düse aus Metall zu verkleinern. Diese finden Sie meist in  gut sortierten Fachgeschäften bei den Konturenflaschen für z. B. Porzellanmalfarben oder Fenstermalfarben. Nach vollständiger Durchtrocknung der Maskierflüssigkeit – was je nach Schichtdicke wenige Minuten oder mehr als eine Stunde dauern kann – können die abgedeckten Bildflächen mit wässrigen Malfarben wie z. B. Aquarellfarben oder AERO COLOR® Professional übermalt werden. Ist auch diese Malschicht gut getrocknet, lässt sich der gummiartig aufgetrocknete Film der Maskierflüssigkeit durch vorsichtiges Abrubbeln mit dem trockenen, fettfreien Finger entfernen (bitte nicht abziehen!).
ACHTUNG: Der Maskierfilm sollte nicht länger als 2 Tage auf dem Träger bleiben und muss unbedingt
vollständig entfernt werden; es besteht die Gefahr der Vergilbung des Untergrundes! Übrigens: Besonders weiche, schwach geleimte Papiere mit Struktur wie z. B. Hadern- oder Torchon- Papiere sind nicht für die Maskiertechnik geeignet. Es ist daher wichtig, dass Sie Ihren Untergrund der Wahl einem individuellen Vortest unterziehen! Zudem gilt für alle Maskiermittel: Gebinde vor Gebrauch schütteln  und nach Anwendung möglichst zügig gut verschließen. Vor Frost schützen.