Granulierende Aquarellfarben

Granulierende Aquarellfarben gewinnen in der Aquarellmalerei immer mehr an Bedeutung. Die Oberflächenwirkung dieser speziellen Farbtöne unterscheidet sich etwas von denen normal-fließender Aquarellfarben. Man könnte meinen, die Farben wirken scheckig, aber genau dieser Effekt ist für bestimmte Techniken gewünscht.

 

Was also verbirgt sich hinter dem Begriff Granulieren?

Unter Granulieren versteht man die Eigenschaft von Pigmenten, sich auf dem Papier stellenweise zusammenzuschließen.

Dies hat zwei verschiedene Ursachen:

  1. Schwere Pigmentteilchen, wie z.B. Kobalt oder Mangan setzen sich in den Papiertälern ab.
  2. Leichte Pigmentteilchen lagern sich aufgrund von Anziehung zusammen.

 

Allgemein kann man sagen, dass viele traditionelle Pigmente (Kobalt, Erden etc.) eher zum Granulieren neigen als moderne anorganische Pigmente. Dies erklärt auch, warum es bei Schmincke in einigen Farbbereichen (z.B. Blau- oder Brauntöne) vergleichsweise viele granulierende Farbtöne gibt und in anderen Bereichen (Gelb- und Rottöne) keine oder kaum granulierende Farbtöne.

 

22 Töne der HORADAM® AQUARELL sind granulierend und in der Farbkarte mit einem "G" gekennzeichnet:

 

Effektverstärkung:

Wie ermischt man supergranulierende Farbtöne?

Um den Granuliereffekt zu verstärken und ungewöhnliche Farbverschiebungen zu erzielen, mischen Sie einfach zwei (oder mehrere) granulierende Farbtöne. Hier sollte man ein wenig probieren, denn einige Töne sind dominanter (deckende Farben, wie z.B. Kobalttürkis), andere schwächer in der Wirkung (lasierende Farben, wie z.B. Potters Pink). Je nach Mischungsverhältnis und coloristischer Ähnlichkeit/Diversität variiert auch der Farbwechseleffekt.

 

Probieren Sie doch einmal folgende Kombinationen aus der HORADAM® AQUARELL-Reihe:

Potters Pink (370) + Manganviolett (474) oder Kobalt Azur (483) + Smaragdgrün (513) oder auch Kobaltviolettton (473) + Kobalt Azur (483) - Sie werden staunen!

 

Aquarellpapier:

Welches ist das Richtige zum Granulieren?

Es gilt: Je rauer und strukturierter das Papier, desto größer der Granuliereffekt (z.B. Torchon). Stärker saugende Papiere benötigen etwas mehr Wasser. Ungeeignet sind satinierte (hot-pressed) Papiere.

 

AQUA Granulierspray (50737)

Wenn man nicht-granulierende Aquarell-Farbtöne granulierend verwenden möchte, empfiehlt sich das AQUA Granulierspray aus unserer AQUA Hilfsmittelreihe: Das AQUA Granulierspray sorgt dafür, dass sich die Pigmente im besprühten Farbauftrag punktuell "granulierend" zusammenschließen, statt, wie gewohnt, gleichmäßig zu verlaufen. Bei bereits granulierenden Farbtönen wird der Effekt verstärkt. Mit der feinen Zerstäuberdüse gezielt in die zu verändernde, feuchte Aquarellfarbe einsprühen. Durch den feinen Sprühaufsatz können auch kleinste Bildbereiche bearbeitet werden, auszusparende Bereiche sollten abgedeckt werden. Das Granulierspray ist im 15 ml-Zerstäuber erhältlich.

Mehr zur Anwendung des AQUA Granuliersprays